Rähnitzer Kirche

“Schon längst war der Wunsch in Rähnitz rege, im Orte selbst eine Begräbnisstätte und ein eigenes Gotteshaus zu haben, da das 1 Std. entfernte Reichenberg, unsere Muttergemeinde, zur Winterzeit und bei ungünstiger Witterung schwer und nur mit Zeit und Kostenaufwand und oft mit Gefährdung der Gesundheit bei schlechtem Wetter zu erreichen war. So wurde durch Schreiben dieses Einverständnisses mit Herrn Gemeindevorstand Wilhelm Becker und des Herrn Pfarrer Paul Gersdorf Reichenberg ein schriftliches Gesuch an den Herrn Superintendenten Kaiser in Radeberg diesen Wunsch betreffend im Januar 1897 abgesandt [...]“

So beginnt eine von Kantor und Oberlehrer Karl Heller im Jahre 1904 abgefasste und in die Turmkugel eingelegte Urkunde. Damit sollte sich ein langjähriger Wunsch der Rähnitzer nach einem eigenen Gotteshaus in die Tat umsetzen. Wie stark dieses Bedürfnis war, kann man an der Spendenbereitschaft der Rähnitzer Einwohner für die ursprüngliche Begräbnishalle ablesen:

„Am 6. Januar 1898 gingen folgende Herren, um zum Kirchenbau von den Ortseinwohnern Geld zeichnen zu lassen, mit einer vom Gemeindevorstand W. Luther verfassten Liste von Haus zu Haus, nämlich die Gutsbesitzer Fürchtegott Schiefner, Ernst Schiefner, Ernst Kuntzsch und Lehrer Heller. Noch an 5 anderen Sonntagen nachmittags gingen Fürchtegott Schiefner und Lehrer Heller zu obigem Zweck von Haus zu Haus. Auf diesen Bittgängen oft helle Freude erlebt. Da konnte man erfahren, welch herrlich christlicher mildtätiger Sinn in den Gliedern unserer Gemeinde wohnt. Manche zeichneten sogar 80-100 Mark. Noch nicht alle Häuser im Dorf hatten wir besucht und hatten doch schon einen Ertrag von 1400 Mark.“

Zunächst wurde eine Parentationshalle (Halle für Trauergottesdienste) gebaut. Doch bald erwies sich diese als zu klein, da auch die sonntäglichen Gottesdienste dort gefeiert wurden. Die Halle hatte nur 54 qm Fläche und musste bis zu 200 Besucher fassen, so dass man die Tür zur Sektionshalle für Leichen öffnete, was ein unhaltbarer Zustand war. Man beschloss daher den Abbruch der Halle und den Neubau einer Kirche…

So war das damals, als unsere Kirche in Rähnitz auf Betreiben der Gemeindeglieder entstanden ist. 100 Jahre später im Jahr 2004 feierten wir mit einer Festwoche das Jubiläum dieses Gebäudes.
Doch schon da war abzusehen, dass das Gebäude einer grundhaften Renovierung bedarf. Dach, Außenputz und die Wärmedämmung sind genau so zu erneuern, wie im Inneren die Heizung, Elektrik, Fußboden bis hin zur Bestuhlung und zur malermäßigen Instandsetzung.
Inzwischen wird seit einigen Jahren daran gearbeitet die Sanierung des Gotteshauses, vielleicht sogar mit der Errichtung eines Anbaues mit einem weiteren Gemeinderaumes anzuschieben.
Doch die Kosten sind enorm und so wird es einigen Mut, Gottvertrauen und Spendenbereitschaft der Rähnitzer, so wie um 1900 herum bedürfen.

Dennoch feiern wir in dieser Kirche weiterhin unsere Gottesdienste. Viele Familiengottesdienste finden hier statt, auch weil hier etwas mehr Platz als in Wilschdorf vorhanden ist. Und regelmäßig finden auch hier Kulturveranstaltungen statt, z. B. Chorkonzerte.

Geschichtliche Daten

Januar 1897  schriftliches Gesuch an Superintendenten Kaiser in Radeberg für eigene Begräbnisstätte und eigenes Gotteshaus von Gemeindevorstand Wilhelm Becker und Pfarrer Paul Gersdorf (Reichenberg)
28. Februar 1897  Besichtigung des Gemeinderates Rähnitz auf dem Areal von Gutsbesitzer Karl Schütze für Kirche, Pfarrhaus und Friedhof; Verkauf des Landes an die Gemeinde für 6144 Mark
ab 16. Januar 1898 Geldsammlung von Haus zu Haus für Kirchenneubau
4. August 1898 Baubeginn für Brunnen auf dem neuen Friedhof durch Gemeindediener Ernst Grafe und Brunnenbauer Heinrich Wiesenberg
8. August 1898  Baubeginn der Parentationshalle durch Bauunternehmer Ernst Trepte
13. August 1898 Hebefeier der Parentationshalle
20. Februar 1899 “Sonntag nachmittag 4 Uhr” feierliche Einweihung des neuen Friedhofs und der Parentationshalle durch Pfarrer Gersdorf (Reichenberg)
23. April 1899 erster Hauptgottesdienst mit Kirchenparade des Militärvereins zu König Alberts Geburtstag
29. August 1899  Grundsteinlegung des Glockenhauses
9. September 1899 feierliche Einweihung der neuen Glocke auf dem Friedhof
25. Dezember 1899 Einweihung der Kanzel
8. Juni 1904 Abriss der Parentationshalle

1904: Bau der Rähnitzer Kirche
16. Juli 1904 Hebefeier der neu erbauten Kirche (ursprünglich als Kapelle bezeichnet)
16. Oktober 1904  Weihe der Kirche (Der Kirchenbau kostete 8000 Mark.)
! Man beachte, dass die derzeit geplante Renovierung der Kirche je nach Umfang der Arbeiten 300.000 bis 600.000 € (Schätzungen) kosten kann!
Am Bau der Kirche arbeiteten folgende Personen mit:
Ernst Meißner – Bauleitung, Max Schmiedgen, Max Bergmann, Bruno Menzel, Friedrich Nicht, Wilhelm Hummig, Ernst Großmann, Hermann Schmidt, Max Meißner, Alwin Nicht, August Hartmann, Hermann Knöchke, Oskar Schmiedtgen, Hermann Bergmann

1904-2004: 100 Jahre Gemeindeleben in der Rähnitzer Kirche
1906
Anschaffung einer zweiten Glocke (Kosten 870 M)
1911
Einbau einer elektrischen Lichtanlage
1917
Die große Glocke sowie die Orgelpfeifen werden ein Opfer des Weltkrieges
1925 Aufstellung eines größeren Ofens; Dach- und Turmreparaturen, Anschaffung eines Altarteppichs, neuer Anstrich des Kircheninneren (gelblicher Wandanstrich, lilafarbene Bänder und Rahmen um Tür und Fenster, hell-lilafarbene Holzteile des Altars
1935  neue Heizanlage in der Kirche (Niederdruckdampfheizung)
1936 Anschaffung eines neuen Kruzifixes, Neudeckung des Turmes mit Vergoldung von Turmkugel und Kreuz
1953 neuer Innenanstrich
16./17. Oktober 1954 Feier des 50-jährigen Bestehens der Kirche
1960/61 Erneuerung und Vergrößerung der Heizanlage
1970 Erneuerung des Kircheninneren unter der künstlerischen Leitung von Werner Juza
1985 Renovierung der Leichenhalle
1988 Innenrenovierung der Kirche
1996 Neugestaltung der Leichenhalle zu einer Feierhalle für ca. 25 Personen
1997 Einbau einer modernen Ölheizung (Dampfheizung)
1999 Außenputz der Kirchenfassade erneuert
2000 Vergoldung der Turmkugel und des Kreuzes
2002 Erneuerung des Eingangsvordaches
2004 Renovierung des Haupteinganges und der Kirchentür, Verlegung eines neuen Fußbodens im Kirchenvorraum
24.-31. Oktober 2004 Festwoche zum Jubiläum 100 Jahre Rähnitzer Kirche
seit 2006/07 Planung der Renovierung der Rähnitzer Kirche, Beschluss für einen Anbau an der Westseite

Sanierungspläne
2004 Anlässlich der Vorbereitung zum 100-jährigen Jubiläum der Rähnitzer Kirche wird über die aktuellen baulichen Mängel am Gebäude diskutiert. Kurzfristige Schönheitsreparaturen bringen in diesem Zusammenhang wenig. Es wird klar, dass hier ein Sanierungsbedarf besteht am Dach, der Wärmedämmung, dem Fußboden, Teilen der Elektroanlage und der Heizung, den Sitzbänken, der Mauerwerkstrockenlegung und dem Sanitärbereicherheblicher Bauaufwand erforderlich werden wird.
2006/07 Die Planung zur Renovierung und zum Umbau der Kirche beginnt. Dabei wird beschlossen, dass die Kirche einen Anbau erhalten soll, der eine Toilette, eine Teeküche, sowie einen Gemeinderaum erhalten soll. Der Eingang des Gebäudes soll auf die Westseite verlegt werden, sodass man später seitens der Obststreuwiese, und nicht mehr über den Friedhof, die Kirche erreichen kann. Ziel der Maßnahmen ist auch in Rähnitz ein flexibel nutzbares Gemeindezentrum zu errichten.
Die An- und Umbaupläne werden in einer Gemeindeversammlung vorgestellt. Die Kosten für die Pläne werden sich nach ersten Berechnungen auf min. 500.000 Euro belaufen.
ca. 2009 kommt die Planung für den Umbau zum Erliegen, da zeitgleich die Christophoruskirche in Wilschdorf saniert werden muss. Das bindet finanzielle Mittel, vor allem aber auch unsere hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Gemeinde.
2011/12 werden die Planungen wieder aufgenommen und noch einmal grundsätzlich diskutiert. Vor allem die Finanzierung muss geklärt werden. Dieses Thema wird wohl letztlich auch bestimmen, welchen Umfang die Arbeiten haben können.

2013-2014 Außensanierung der Rähnitzer Kirche

2013 Sanierung äußere Hülle der Rähnitzer Kirche -demnächst detailliertere Informationen-
Anfang 2014 Gottesdienst zum Abschluss der Außensanierung mit Danksagung an beteiligte Handwerksfirmen, dem Planbungsbüro und der Landeskirche. Superindendent A. Nollau macht uns Mut, dass nun auch die Innensanierung in Angriff genommen werden kann mit dem Ziel die Arbeiten bis zum Reformationsjubiläum 2017 abzuschließen.

2015-2017 Innensanierung Rähnitzer Kirche

2014/2015 Aufnahmer intensiver Vorbereitungen der Planungen für die Innensanierung der Rähnitzer Kirche, Ende 2015 Einreichung des Bauantrages, inklusive der Darstellung, wie die Baumaßnahme finanziert werden soll bei der Landeskirche.
Anf. 2016 Genehmigung des kirchlichen Bauantrages und Zusage von Fördermitteln.

Bitte spenden Sie für den Erhalt der Rähnitzer Kirche!
Seit unserem Spendenaufruf vor einigen Jahren sind schon einige Zahlungen eingegangen, vielen Dank!
Wir würden uns freuen, wenn Sie unsere Bemühungen zum Erhalt des Bauwerkes mit Ihrer Spende weiterhin unterstützen können, gerade auch wenn Sie nicht Teil der Kirchgemeinde sind. Unser Kirchengebäude soll schließlich auch wieder ein kultureller Mittelpunkt in unserem Stadtteil werden, indem Konzerte und Vorträge in ansehnlichem Rahmen stattfinden können. Vielen Dank! (Bankverbindung hier)
Für die Innensanierung der Rähnitzer Kirche müssen wir ein Spendenaufkommen von €40.000 generieren. Den aktuellen Stand des Spendeneingangs können Sie -demnächst- auf unserer Webseite monatlich aktualisiert ablesen. Fühlen Sie sich ermuntert, den Balken zu füllen.

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